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Kartenset RUND UM

Drei Fragen an Sabine Millius

21. August 2026

Im Gespräch über das Kartenset zur Palliative Care mit der Projektverantwortlichen Sabine Millius

Warum ist genau dieses Thema wichtig für ein Kartenset?

Das Thema Palliative Care hat in der «RUND UM»-Kartenset Reihe bisher gefehlt. Es ergänzt die Reihe ideal. Gleichzeitig gibt es zu Palliative Care viele Missverständnisse, mit denen wir im Kartenset aufräumen möchten.

Wenn jemand eine schwere Krankheit hat, fehlen uns als Gesellschaft zudem häufig die Sprache und die Worte. Die Unsicherheit ist dann gross und oft haben Menschen Angst, etwas Falsches zu sagen.

Ich finde, das Kartenset kann hier durch die Illustrationen ein Türöffner für Gespräche sein und gleichzeitig niederschwellig Wissen vermitteln. Bilder können etwas in uns anstossen. Oft merken wir unmittelbar: Das spricht mich an, oder eben nicht. Manchmal kann ein Bild, oder auch ein anderer kreativer Ansatz wie Musik, etwas ausdrücken, wofür uns im ersten Moment die Worte fehlen. Das kann einen persönlichen Zugang zu einem Thema schaffen, das nicht selten Sprachlosigkeit auslöst.

Was freut dich besonders am Kartenset?

Menschen, die die ersten gedruckten Kartensets in die Hand genommen und angeschaut haben, sind sofort ins Gespräch gekommen und haben angefangen, zu diskutieren. Für mich ist das ein schönes Zeichen, und eigentlich genau das, was wir erreichen wollten.

Und natürlich freut es mich besonders, dass das fertige Kartenset nun tatsächlich vorliegt. Aus vielen Ideen, Gesprächen und Überarbeitungen – gerade auch in der interprofessionellen Fachgruppe Palliative Care in der Gesundheitswelt Zollikerberg – ist etwas Konkretes entstanden, das hoffentlich viele Menschen begleitet und miteinander ins Gespräch bringt.

Wenn du wünschen könntest. Was möchtest du, dass alle Menschen in der Schweiz zum Thema Palliative Care wissen?

Ich wünsche mir, dass alle Menschen wissen, dass Palliative Care nicht erst in den letzten Tagen oder Wochen des Lebens beginnt. Sie kann Menschen mit einer schweren Erkrankung über Monate oder sogar Jahre begleiten – bis zum letzten Atemzug. Palliative Care kann eine grosse Unterstützung sein, um mit einer schweren Erkrankung möglichst gut und selbstbestimmt zu leben.

Und ich finde wichtig: Es geht nicht darum, jemanden zum Sprechen über das Sterben oder zu Entscheidungen zu zwingen. Nicht darüber sprechen zu wollen oder Entscheidungen anderen zu überlassen, kann ein selbstbestimmter Entscheid sein. Schade wäre einfach, wenn aus Angst vor dem Thema, oder aus Unwissenheit auf Unterstützung verzichtet wird, die guttun und entlasten könnte.

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